Das Wesen einer Wirtschaft

Eine Wirtschaft basiert auf folgendem grundlegenden Vorgang:

  1. Es wird ein Wert erschaffen (Wertschöpfung)
  2. Der Wert wird verkauft, das heißt er wechselt gegen Geld den Besitzer (Geschäft)
  3. Der Wert wird verbraucht, z.B. gegessen, verschlissen, weiterverarbeitet (Werteverbrauch)

Ein wesentlicher Punkt ist dabei, dass Wertschöpfung alleine noch keine Wirtschaft macht.

Erst der Verkauf eines Wertes bindet die Wertschöpfung in die Wirtschaft ein.

Ein Bildhauer, der ganz viele Statuen produziert, erschafft zwar theoretisch schon Werte, aber erst wenn er seine Statuen auch verkaufen kann, erhält sein Handeln eine wirtschaftliche Relevanz.

Für die Leistung einer Wirtschaft kann nur die Wertschöpfung berücksichtigt werden, die tatsächlich auch in einem realen Umsatz mündet. Dabei ist der Umsatz von zentraler Bedeutung, der sich auf den Endverbrauch einzelner Menschen bezieht.

Ich möchte folgende 3 Arten von Umsatz im wirtschaftlichen Kreislauf klar unterscheiden:
1. Umsatz durch Ausgaben des Endverbrauchers
2. Umsatz durch Ausgaben von Unternehmen
3. Umsatz durch Steuer-finanzierte Ausgaben

Die Umsatzarten 2 und 3 sind von der Umsatzart 1 abhängig. Sie setzen entweder voraus, dass Umsatzart 1 bereits stattgefunden hat oder basieren auf Krediten, die durch Gewinn aus Umsatzart 1 getilgt werden müssen.

Der grundlegende Vorgang, der eine Wirtschaft ausmacht, ist, dass ein Mensch (oder eine Gruppe von Menschen) einen Wert erschafft, für den ein anderer Mensch Geld auszugeben bereit ist.

Das Kriterium für die Leistung bzw. Stärke einer Wirtschaft sind deshalb die privaten Kaufentscheidungen einzelner Menschen - der Endverbraucher. Auch die ganzen innerwirtschaftlichen Geschäfte (Business to Business) zielen letztendlich auf den Endverbraucher ab. Sie stellen einen Zwischenschritt dar im Erschaffen von Werten für den Endverbraucher.

Auch öffentliche Ausgaben bzw. öffentliche Leistungen zielen letztendlich auf den Endverbraucher ab, dem ja Straßen, Schutz und Bildung zugute kommen, mit der Besonderheit, dass der Einzelne nicht mehr entscheiden kann, WIE VIEL er für WELCHE Leistung ausgibt. Das entscheidet STELLVERTRETEND der Staat.

Letztendlich geht es bei allem wirtschaftlichen Geschehen um einen Austausch von Werten zwischen Endverbrauchern.

Die privaten Kaufentscheidungen einzelner Menschen, der Endverbraucher, sind das Erfolgskriterium einer Wirtschaft bzw. überhaupt deren Grundlage.

Vieles innerhalb des ganzen wirtschaftlichen und staatlichen Geschehens hat sich so verkompliziert und verselbstständigt, dass das für mein Gefühl ein bisschen in Vergessenheit geraten ist, worum es eigentlich bei der ganzen Sache geht. Weder der Staat, noch das Geld, noch Wirtschaftsunternehmen haben einen davon losgelösten Selbstzweck.

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