Wirtschaftswachstum

Wenn die Leistung einer Wirtschaft anhand der Schöpfung umsetzbarer Werte gemessen wird, dann bedeutet Wirtschaftswachstum, dass die Summe der umgesetzten Wertschöpfung wächst.

Wie kommt es aber zu einem Wirtschaftswachstum?

Vergegenwärtigen wir uns für die Klärung dieser Frage noch einmal die erste Stufe wirtschaftlichen Handelns:

Menschen begannen sich auf einzelne Tätigkeiten zu spezialisieren und diese dann untereinander auszutauschen:

Einer baut Getreide an, ein anderer geht Jagen, ein weiterer näht Kleidung und noch ein anderer baut die Hütten. Die Leistungen werden dann untereinander ausgetauscht, so dass auf der Verbrauchsseite jeder von allem etwas hat.

Gut. Nun haben wir aber folgendes Problem: Wenn eine bestimmte Menge Getreide gegessen wurde, ist man satt. Man kann nicht beliebig viel Getreide essen. Man kann auch nur in einem Haus wohnen - na gut, vielleicht noch ein Ferienhaus und ein Zweitwohnsitz. Aber irgendwann ist der Bedarf gedeckt.

Das Wachstum einer Wirtschaft ist durch den Bedarf begrenzt. Wenn der Bedarf gedeckt ist, dann kann die Wirtschaft nicht mehr wachsen.

Wo kommt dann aber das Wachstum der Wirtschaft her?

Durch die Spezialisierung erreichten die Menschen eine höhere Effektivität. Es braucht immer weniger Zeit und Arbeitskraft, die Dinge für den täglichen Bedarf zu produzieren.

Einige Menschen werden für die Produktion des laufenden Bedarfs nicht mehr gebraucht.

Einer von diesen war besonders findig und ließ sich etwas Neues einfallen: den Fruchtjoghurt.

Das neue Produkt fand schnellen Anklang und reißenden Absatz. Der Umsatz des Fruchtjoghurts kam zur bisherigen Umsatzleistung der Wirtschaft hinzu. Nehmen wir ruhig einmal an, dass der Mehr-Umsatz durch den Fruchtjoghurt größer war, als der Umsatzrückgang beim Getreide, weil ein Teil des täglichen Energiebedarfs nun durch Joghurt anstatt Getreide gedeckt wurde.

Ein anderer sah das mit dem Fruchtjoghurt und dachte sich: "Was der kann, kann ich schon lange!" und er erfand das Klavier. Und wieder stieg die Leistung der Wirtschaft in Form des Gesamtumsatzes, weil nun der Klavierumsatz als ganz neuer zusätzlicher Umsatz hinzukam.

Ich bezeichne diesen Vorgang als Innovation: Das Erschaffen einer neuen Qualität, die einen Umsatz generiert, den es vorher noch nicht gab.

Innovation muss sich natürlich nicht nur auf ganz neue Produkte beziehen, sondern kann sich ebenso auf qualitative Verbesserungen oder funktionale Mehrwerte an bereits vorhandenen Produkten beziehen.

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